Stress in der Pubertät beim Hund

Angie ist im April ein Jahr alt geworden und bekam damit gleichzeitig auch eine sehr stressige Phase der Hundepubertät.

Schwierige Spaziergänge

Angie war bei den Spaziergängen immer mehr gestresst, was sie mit Gähnen, Winzeln und Schütteln deutlich zeigte (mehr zu Stresssymptomen auf Michis Hundeseite). Sie wollte nur noch voran von einer Pipistelle zur anderen, an Leinenführigkeit war nicht mehr zu denken (diese funktionierte vor der Phase teilweise ausgezeichnet). Angie war komplett in ihrer Hundewelt und bekam uns Menschen nur noch wenig mit. Sie teilte kaum noch Aufmerksamkeit und ließ sich von einem Reiz und anderen hin und her reißen. Kurzum: Spazierengehen war eine reine Katastrophe.

Noch mehr Stress durch Hundetreffen

Bis zum April gab es bei uns fast wöchentlich ein Hundetreffen mit verschiedenen Hunden. Als die Stressphase begann waren die Treffen kaum noch möglich, da Angie auf dem Weg zur Hundewiese stark errregt wurde. Sie gähnte was das Zeug hielt, rannte in die Leine, kam zurück und dieses ewige Stop-and-go setzte sich bis zur Hundewiese fort.

Fettig Hundfell mit Schuppen

Fettig Hundfell mit Schuppen durch Stress

Zu guter Letzt hatte Angie nach der Spielrunde regelmäßig fettiges Fell und Schuppen, welche man durch ihre schwarzen Punkte sehr schön sehen kan.

Malassezien durch Stress

Starke Erregung oder auch Stress führen zur Aussschüttung des Hormons Cortisol. Cortilol schränkt die Arbeit des Immunsystems ein. Da Angie nun regelmäßig gestresst war, konnten sich so auf der Haut natürlich vorkommende Hefepilze, sogenannte Malassezien, stärker vermehren, da das Immunsystem die Vermehrung weniger bremste. Malassezien ernähren sich nämlich von Fett auf der Haut.

Der erste Punkt woran wir das merkten war der ranzige Geruch nach dem Streicheln des Fells. Da wir die Zusammenhänge bis dahin jedoch noch nicht kannten, dachten wir uns nix dabei. Danach fing irgendwann das Gekratze und Gejucke von Angie an. Hauptsächlich betroffen waren anfangs die Zwischenräume der Pfoten vorn sowie unten, mittlerweile auch Achseln, Schenkelinnenseite, Lefzen, Schwanzansatz, Vulva und Ohren. Der Juckzeiz wird ausgelöst von den Stoffwechselabbauprodukten der Malassezien, diese reizen die Haut.

Malassezien an Pfote vom Hund

Malassezien an Pfote vom Hund

Nachdem wir eine zeitlang recherchiert haben, fanden wir eine interessante Seite zum Thema Malassezien bei der Tierklinik Birkenfeld, welche auch ganz deutlich die Merkmale die Angie hatte bestätigte.

Was tun gegen den Stress?

Die Phase dauerte etwa 2 Monate und es geht nun langsam wieder bergauf. Das oben genannte Hormon Cortisol wird auch nicht sofort abgebaut, sondern das dauert ein paar Tage. Dies wiederum bedeutet, dass bei ungenügendem Abbau des Hormons der Hund schnell wieder einen Cortisolspiegel haben kann, der zu den genannten Symtomem führt. Also mussten die Auslöser für die Aufregung stark reduziert werden. Wir Menschen brauchen ja auch abundzu mal Urlaub 😉

Wir änderten folgendes: Zuerst haben wir die Gassirunden an Angies Verfassung angepasst. Wir liefen einige Zeit 3x am Tag die selbe reizarme und eigentlich langweilige Runde um den Block und Angie fand sie jedes Mal wieder aufregend und spannend. 😉 Hundetreffen wurden komplett gecancelt, auch Leinenkontakt gab es keinen mehr (die sind sowieso dämlich, aber das wissen nur die Hunde). In Richtung Hundewiese sind wir wesentlich seltener gegangen, da dieser Weg schon sehr stark mit Aufregung verknüpft wurde. Wir haben die Spaziergänge von drei auf zwei Mal am Tag reduziert und Angie mehr Auszeit gegeben.

Mehr Entspannung und Auszeit für den Hund

Mehr Entspannung und Auszeit für den Hund

Wir sind die Gassirunden wesentlich langsamer gelaufen, sodass Angie schon deshalb im Tempo gedrosselt wurde. Gleichzeitig bestärken wir viel mehr die Umorientierung zum Menschen, als Beispiel „Hier lang“, „Weiter“ usw. Auch das Mitkommen ohne Signal wurde mehr markiert. Damit wir weiter Dummy- & Schleppleinentraining machen konnten, suchten wir uns hundefreie Stellen wo wir weitestgehend ohne hundische Ablenkung üben konnten.
Hin und wieder drehten wir wieder um und gingen den gleichen Weg zurück, welchen wir gekommen waren, wenn Angie stark mit Gähnen begann. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass eine niedrige Belohnungsrate in verschiedenen Situationen den Hund auch gestresst hat – wahrscheinlich, weil Angie unsicher war warum es jetzt nicht weiter geht oder sie Frust hatte, weil sie immer wieder durch die Leine gebremst wurde.

Alles in Allem war diese Phase mehr als anstrengend für alle Beteiligten. Auch wenn es uns wirklich richtig schwer gefallen ist: Mit Geduld, Einsicht und Verständnis haben wir diese Phase überstanden. Stress ist keinesfalls zu unterschätzen und ist dauerhaft auch nicht gut für den Körper eines Hundes.

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8 Antworten

  1. Dr.Sabine Haacker sagt:

    Guten Abend!
    Bin auf der Suche nach einem Medik.gegen Hefepilze im
    Ohr beim Hund.Mit Panolog hätte ich beinahe den Kampf gegen den Hefep.gewonnen,jedoch die Salbe reichte nicht.
    Wo bekomme ich Panolog her?In Ihrem Artikel schreiben Sie
    von Malassezien an den Pfoten Ihres Hundes,gleiches Krank-
    heitsbild zeigt auch mein Hund(Saluki).Was haben Sie dagegen unternommen?Können Sie mir Hinweise geben,wo
    ich ein ein wirksamen Präparat gegen diese Art von Pilzen
    erwerben kann?Danke S.Haacker

    • Olli sagt:

      Also wir haben für das Ohr Surolan und Aurizon genutzt. Das bekommt man beim Tierarzt. In den Pfoten hat sich tatsächlich ein ähnliches Bild gezeigt. Das ist aber auf eine Allergie zurück zu führen. Jetzt nutzen wir Apoquel für die Behandlung des Allergiejuckreizes. Zudem wird der Hund jede Woche mit Cutamed gewaschen weil sonst der Malassezienbefall wieder zu nimmt.
      In der Regel ist es aber so, dass eine starke Verkrustung des Ohres eine sekundäre Auswirkung ist z.B. einer nicht erkannten Allergie oder Milben oder so.

  2. Carolin sagt:

    Bin auf die Seite getroffen und finde den Artikel sehr interessant, da ich auch einen Dalmi habe der mitten in der Pubertät steckt und ähnliche Symptome zeigt. Er ist 18 Monate alt und wir mussten schon viel durchmachen. Er hat ebenfalls Schuppen die man auf den schwarzen Punkten gut erkennen kann, außerdem hat er auch kleine Krusten am Körper und rote Pickel vor allem an den Lefzen. Vom Tierarzt wurde uns gesagt es wäre vermutlich eine Autoimmunkrankheit aber das glaube ich nicht. Dann habe ich einen Bioresonanztest bei einer guten Tierheilpraktikerin machen lassen und es hat sich herausgestellt, dass er auf sehr viele Lebensmittel allergisch ist und auf alle Zusätze im Trockenfutter. Außerdem war auch der Hormonhaushalt durcheinander. Somit habe ich das Futter gewechselt, er bekommt nun Nassfutter und er bekommt homöopathische Mittel um das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen und damit sich der Körper entgiftet. Das sind nun 6 Wochen her und ich kann den Unterschied deutlich sehen, jedoch hat er seit einigen Tagen wieder die Pickel und Krusten bekommen. Ich bin aber froh das ich auf deinen Artikel getroffen bin denn zumindest weiß ich jetzt, dass es auch die Malassezien sein können. Hatte deine Angie denn auch solche ähnlichen Symptome wie mein Rüde oder nur die Malassezien? Liebe Grüße
    Carolin 🙂

    • Olli sagt:

      Angie hatte soweit ich mich erinnere keine Verkrustungen und auch keine Pickel. Dafür aber stark entzündete Pfoten (weil juckten und dann Lecken bis sie wund waren und Dreck vom Fussboden).

      Warum glaubst du eigentlich deinem Tierarzt nicht? 🙂
      Mein Rat an dich wäre, dass du mit denen eng zusammen arbeitest, die über viele Jahre ein hartes Studium durchgestanden haben und über einige Jahre Erfahrung im Bereich Tiergesundheit sammeln konnten (das heißt schließlich nicht, dass man sich mit einer Dauertherapie Cortison zufrieden geben muss … was ohnehin der Gesundheit des Tieres abträglich wäre).
      Es lohnt sich immer eine langwierige Diagnostik zu durchlaufen weil es am Ende in der Regel was handfestes gibt. Zum Beispiel kann man nach einer Ausschlussdiät auch feststellen ob es wirklich am Futter liegt, welche Komponenten tatsächlich die allergischen Reaktionen auslösen und sich dann ggf. einen Futterplan zusammen stellen lassen.
      (Übrigens Futtermittelallergien äußern sich oft, so hörte ich hier und da von Tierärzten, auch in Form von durchfallartigem Kot).
      Es gibt übrigens ganze Bücher zu Symptomen von Hauterkrankungen bei Hunden und Katzen. Da gibt es einige Erkrankungen wo Krusten und Pickel symptomatisch sind..

      Leider sind Dalmis mit ihrer Haut nicht besonders gesegnet – da hat die Rasse meiner Meinung nach einige größere Probleme. Wenn du die weiteren Artikel im Blog liest kannst du sehen, dass unsere Angie einige Probleme mit Allergien hat. Wir vermuten, dass es Pollen sind weil die Symtome sich jahreszeitl. verstärken und abschwächen und das Hausstaub auch eine Rolle spielt (im Winter gehen die Symptome nicht ganz weg aber sind recht niedrig in der Ausprägung). Das Herauszufinden hat uns aber einige Zeit gekostet und war auch nur mit Unterstützung unserer guten Tierärztin möglich. Jetzt bekommt Angie ein Medikament (kein Cortison) was den Juckreiz in unterdrückt(!) und so Entzündungsreaktionen der Haut runter fährt.
      Ich bin im Zweifelsfall immer dafür, dass man mit dem Tierarzt des Vertrauens heraus findet was mit dem Tier nicht stimmt und zur Not auch mal einen Spezialisten aufsucht. Und bei so Absoluterklärungen von wegen „Zusätze im Trockenfutter“ (übrigens Dalmirüde + Trockenfutter oder Nassfutter fände ich wegen Purin und Urinsteinen überdenkenswert), Allergie auf jede Menge Lebensmittel und Hormonhaushalt durcheinander wäre ich äußerst skeptisch denn sie bieten für einen komplexen Vorgang eine einfache Erklärung. Komplexe Sachen aber einfach zu erklären ist meiner Erfahrung nach nicht gut weil die Erklärungen entweder komplett Falsch oder viel zu ungenau sind.
      Die Herleitung dieser Erklärung basiert meiner Meinung nach auch auf Esoterik (damit meine ich Bioresonanz) und weniger auf wiederholbaren wissenschaftlichen Verfahren (also wo Versuche dokumentiert sind und wiederholt werden können und das gleiche Ergebnis produzieren müssen).

  3. Carolin sagt:

    Ich glaube meinem Tierarzt nicht, weil ich weiß, dass sie nur Geld möchte und es ihr nicht um das Wohl der Tiere geht. Wir waren sehr oft bei ihr und sie redete nur von der Autoimmunkrankheit und das er sein Leben lang Cortison gespritzt bekommen soll ohne vorher irgendwelche Tests zu machen kam so eine Äußerung. Dann wollte sie ihm direkt Cortison spritzen und Antibiotika geben. Habe somit den Tierarzt gewechselt und beim zweiten hatte ich etwas mehr Hoffnung am Anfang doch da bekam mein Hund die Allergietabletten Apoquel die zwar gut geholfen haben aber auf Dauer auch nicht gut sind. Danach sollte eine Ausschlussdiät durchgeführt werden. Nun ist hier jeder anderer Meinung 🙂 aber ich finde das bringt nicht viel, denn im besten Fall zeigt die Diät dass der Hund auf sein voriges Futter allergisch war, auf was genau bleibt allerdings unklar. Daher habe ich mich an eine wirklich gute Tierheilpraktikerin gewendet die eine langjährige Erfahrung hat und sie hat alles ganz genau getestet. Sehr viele Lebensmittel, Inhaltsstoffe, Pollen, Hausstaub und vieles vieles mehr. Dazu wurde dann ein Therapie Plan erstellt und nun gab es wieder nach 6 Wochen einen Nachtest ob sich innerlich alles gebessert hat. Während der 6 Wochen wurde alles streng kontrolliert und sie war immer erreichbar falls Fragen oder sonst ein Anliegen war. Der psychische und körperliche Zustand meines Hundes haben sich sehr zum positiven gebessert! 🙂 er ist viel ruhiger geworden ( vorher war er sehr unruhig ) und auch viele Symptome sind verschwunden. Ein paar Pickel und Krusten sind zwar wieder gekommen aber ich denke das liegt daran, dass vor 3 Wochen viele Hündinnen in der Umgebung läufig waren und er sehr viel Stress hatte. Die Tierheilpraktikerin hat innerhalb von 6 Wochen das geschafft was die Tierärztin die studiert hat nicht geschafft hat. Ich habe der Homöpathie viel zu verdanken und hier teilen sich auch wieder die Meinungen 🙂 aber oft ist die Honoöpathie besser als die Lehrmedizin und vor allem schadet sie dem Hund nicht 🙂

    • Olli sagt:

      Solche Tierärzte wie du beschreibst kenne ich leider auch.

      Apoquel geben wir jetzt schon einige Jahre. Es gibt bis jetzt keine Langzeiterkenntnisse ob dieses Medikament auf Dauer schädlich ist oder nicht weil einfach keine Erfahrungen damit gemacht worden sind. Der Punkt ist für mich folgender: Mein Hund und wir leiden wenn der Hund kein Apoquel bekommt. Wenn die Lebensdauer des Hundes um 2 Jahre verkürzt ist seis drum – dafür ist sein restliches Leben nahezu beschwerde- und stressfrei und er kann Hund sein.

      „ich finde das bringt nicht viel, denn im besten Fall zeigt die Diät dass der Hund auf sein voriges Futter allergisch war, auf was genau bleibt allerdings unklar.“ dem stimme ich nicht zu. Eine Ausschlussdiät bringt dir erst mal Klarheit ob es überhaupt das Futter ist. Und durch nach und nach Zufüttern einzelner Komponenten kannst du, im Fall der Hund reagiert wirklich auf Futterkomponenten, identifizieren auf was er nicht reagiert und das Futter so zusammen stellen, dass er nicht mehr drauf reagiert. So wärst du dann auch die Medikamente los.

      Und eine THP kann schon gut sein nur ihre Verfahren sind Quacksalberei – Bioresonanz ist Unsinn der nicht funktioniert. Das bleibt es auch auch wenn jemand mit Erfahrung an solchen Geräten rum spielt und Köpfe dreht und wissend tut. Das ist genau so wie Pendeln oder Handauflegen … das sind alles Verfahren, die substanzlos sind. Ich würde mir da einfach von vielen Hundehaltern eine viel kritischere Einstellung wünschen – eine ähnlich kritische wie sie dem Tierarzt vorgebracht wird.
      Ich will aber an dieser Stelle betonen, dass ich nicht per se gegen Homöopathie oder Naturheilkunde oder andere alternative Ansätze bin. Aber ich differenziere da stark. Was Wirkstoff hat kann wirken, was so verdünnt ist, dass es keinen Wirkstoff mehr enthält, wirkt nicht bzw nur noch auf Placebobasis (was oft keine schlechte Sache ist).

      Bezüglich des Futters – Purine sind Proteinbestandteile und Protein braucht jeder Organismus zum leben. Wenig Protein bringt nichts – die Nahrung muss richtig zusammen gesetzt sein. Beispielsweise ist es im richtigen Umfang nicht schlecht, wenn der Hund Muskelfleisch bekommt. Wenn aber dazu die übliche Menge Innereien (wie beim BARF) bekommt dann ist das schlecht weil Innereien wie Leber sehr sehr viele Purine enthalten. Da gibts auch einige Webseiten von Dalmatinerhaltern und Züchtern, wo man das nachlesen kann welche Lebensmittel viel, und welche wenig Purine enthalten.

  4. Carolin sagt:

    Beim Futter hatten wir auch lange Probleme doch nun bekommt er spezielles Nassfutter ohne Zusätze wo hauptsächlich nur Fleisch enthalten ist mit wenig Proteinen wo ja auch das Purin enthalten ist. 🙂

  1. 10. Mai 2018

    […] hatte mit 12 Monaten eine Phase, wo sie sehr stressanfällig war. In dieser Zeit haben wir uns damit beschäftigt wie man Stress erkennt, was es für Auslöser […]