Pubertät bei Hunden – wie ist es nun wirklich? Teil 2

Ich schrieb ja schon mal über die Hundepupertät. Naja, damals war ich wohl etwas zu optimistisch. So ziemlich mit dem Tag als Angie ein Jahr alt wurde ging die wirklich „interessanten“ Sachen los.

Hohe Stressanfälligkeit

Angie fing zum Beispiel an, sich auf bestimmten Wegen sehr stark aufzuregen. Das zeigte sie durch ständiges Gähnen und schütteln, lief in die Leine und kam zurück, gähnte und so weiter. Es war ein Kraus – nicht nur für Angie, sondern auch für uns. Körperlich zeigte sich die Aufregung und der Stress durch starke Schuppenbildung.

Dalmatiner Angie 1 Jahr alt

Dalmatiner Angie 1 Jahr alt

Es machten sich auch Hautveränderungen bemerkbar denn die Haut wurde fettiger. Das führte dazu, dass sich bei Angie zwischen den Pfoten Malassezien bildeten (das sind so eine Art Hefepilze) die zu Entzündungen in den Pfotenzwischenräumen führten, welche teilweise auch offen wahren.

Unaufmerksamkeit

Zu der ganzen Misere paarte sich noch eine vermehrte Unaufmerksamkeit. Außerdem konnte Angie teilweise auf gelerntes Verhalten nicht mehr zurück greifen. Übungen, die wir früher problemlos abrufen konnten klappten nun nicht mehr und Angie macht dabei den Eindruck, als ob sie nicht weiß was wir von ihr wollen.

Das alles stresst natürlich den Hund noch mehr und uns auch. Durch die entzündeten Pfoten haben wir unsere Gassistrecken erst mal stark reduziert. Interessanterweise war das für Angie gar nicht so ein Problem. Wir hatten den Eindruck, dass sie Mittags vergessen hatte, dass sie die Strecke früh schon mal gelaufen ist.

Schlechte Leinenführigkeit

An der Leine laufen wurde mit der Zeit auch zunehmend schlechter. Es war immer nur noch ein ewiges Stop-And-Go. Hinrennen zum Reiz, gespannte Leine, Umorientierung zum Mensch und das Ganze von vorn. Man hatte nur selten eine Gelegenheit die lockere Leine zu belohnen.

Das Ganze geht natürlich ziemlich auf die Nerven. Wir mussten uns oft ziemlich zusammenreisen, was ab und zu mal nicht klappte und wir uns nachträglich über unsere fehlende Selbstkontrolle ärgerten. Das Rausgehen mit dem Hund machte auch zunehmend keinen Spaß mehr. Man hat von Schlafphase zu Schlafphase einen anderen Hund gehabt, welcher z.B. früh gut lief und nachmittags andauernd in die Leine bretterte.

Sicher haben die entzündeten Pfoten Angie noch den Rest gegeben. Die durfte sie nämlich den ganzen Tag nicht lecken da diese sonst nicht abheilten. Nachts bekam sie Söckchen an. Das erzeugt natürlich auch eine gehörige Menge Stress.

Vorerst überstanden…

Die Malassezien haben wir mittlerweile auf normales Maß zurück gedrängt, dank unserer Tierärztin. Angie wurde über eine Woche lang mit einem Pilzmittel behandelt. Die Pfoten sind mittlerweile wieder zu und das Fell wächst wieder nach.

Angie ist nun nach etwa einem Monat wieder besser dran. Der Erregungslevel ist deutlich geringer bei den entsprechenden Strecken und Angie ist auch wieder aufmerksamer. Oft sind gelernte Inhalte immer noch nicht abrufbar, aber das ist ein weniger großes Problem als man es sich denkt. Zum Beispiel reicht bei manchen Sachen das einmalige richtige Ausführen einer Übung (mit Bestätigung durch den Marker) um diesen Lerninhalt wieder präsent zu machen.

Wir sind uns sicher, das wir das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht haben. Es wird sicher noch der eine oder andere Hammer auf uns zukommen. Deshalb sind wir gespannt, was uns die nächsten Monate bringen werden. Spaß macht uns Angie mittlerweile wieder. 😉

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