Swanie Simon „BARF“ – Rezension des Buches

Da Angie auf irgendwas allergisch reagiert, wir billiger kommen und außerdem selbst das Futter zusammenstellen wollen, haben wir uns schon länger mal vorgenommen entweder selber zu kochen oder gleich roh zu füttern.

Swanie Simon "B.A.R.F."

Swanie Simon „BARF“

Das hat einige Zeit gekostet sich da einzulesen und aus dem ganzen Gewusel von Internetmeinungen eine halbwegs vernünftige eigene Meinung heraus zu kristallisieren. Zum einen hatten wir ein DDR Buch names „Unsere Rassehunde“ und zum anderen das Heftchen von Swanie Simon mit dem schlichten Namen „BARF“.

Inhalt – ein Abriss

Das Heft enthält auf ungefähr 76 Seiten Inhalt. Es wird erst einmal auf die Ernährung des Hundes eingegangen, einige Hilfen zur Erstellung eines Futterplans gegeben und dann erfolgen detailiertere Beschreibungen der einzelnen Nahrungsmittel, Zutaten, Vitamine, Mineralstoffe. Am Ende wird ein Abriss über Entwurmung, Entgiften und ein paar Bezugsquellen für Futter, Zubehör und weiterführenden Informationen gegeben.

Den Einstieg ins Buch eröffnet das sogenannte Vorwort. Dem BARF-Einsteiger wird hier erst mal die Last von den Schultern genommen das BARFen ein kompliziertes Thema sei, welches ein halbes Tiermedizinstudium erfordert damit der Hund nicht dahinsiecht und dann qualvoll an Mangelernährung zu Grunde geht. Wichtig finde ich zu erwähnen, dass ein wenig Polemik verwendet wird. Die Autorin versucht hier ohne große Seitenhiebe auf die Futtermittelindustrie, Fertigfutter etc auszukommen – so ist zumindest mein Eindruck.

Swanie Simon "BARF"

Swanie Simon „BARF“

Manche Sachen kann ich zwar nicht so ganz nachvollziehen oder glauben z.B. das Kadaver verstorbener Haustiere sowie Plastikverpackungen zu Fleischmehl verarbeitet werden. Die Autorin wird ihre Gründe haben das zu schreiben, aber ob es nun stimmt oder nicht ist mir auch egal, da es für mich keinen großen Praxisbezug hat. Viele weitere angesprochene Sachen, die im Hundefutter landen sind gut nachvollziehbar wenn man sich vor Augen hält, dass es in der Industrie um Profit geht, Aktiengesellschaften in den Händen von Aktionären sind die Dividenden haben möchten und es auch bei menchlichen Nahrungsmitteln oft Skandale gibt bei denen man sich am liebsten auf der Toilette erst mal übergeben möchte.

Anschließend wird der Hund und sein Verdauungssystem erläutert. Der Einstieg ist nicht zu tief und für jemanden, der seinen Hund einfach nur ordentlich füttern möchte, klar verständlich. Im Folgenden werden die Vorurteile gegenüber Rohfütternung angeführt und es schließt mit den offensichtlichen Vorteilen der Rohfütterung.

Swanie Simon "BARF"

Swanie Simon „BARF“

Dann wendet sich die Autorin schon der praktischen Fütterung zu, erläutert knapp auf was es bei den Verhältnissen der einzelnen Futterkomponenten ankommt. Es folgt die Anleitung wie man einen Futterplan aufstellt. Beispiele verdeutlichen das Geschriebene.

Es wird im Fortlauf des Heftchens auf die Komponenten des Futters eingegangen. Jeder Abschnitt wird mit Fragen aus der Praxis und praktischen Antworten abgeschlossen. Beginnend mit Fleisch und Knochen wird erläutert, welche Fleischarten es in einem Tier gibt und warum sie in welchem Verhältnis gefüttert werden. Danach wird kurz auf Obst und Gemüse eingegangen. Ein großer Kritikpunkt (z.B. in den Amazonbewertungen des Buches) ist die Fütterung von Knoblauch. Die Autorin geht hier meiner Meinung nach vernünftig an das Thema ran und legt dar, warum sie auch Knoblauch zur Fütterung empfiehlt. Getreide im Futterplan wird erklärt. Im Futter können außerdem Milchprodukte, Öle und Fette sowie Kräuter vorkommen. Diese Bestandteile werden in kleinen Abschnitten erläutert und dem Leser so einen Überblick gegeben. Zu den Kräutern gibt es außerdem 3 Rezepte. Fisch, Eier, Essensreste und Leckerlie werden außerdem angesprochen. Leckerlie ist für uns ein großes Thema da wir gern hochwertiges Trainingsfutter einsetzen möchten.

Swanie Simon "BARF"

Swanie Simon „BARF“

Mit dem Thema „Nahrungsergänzung“ betritt die Autorin dann ein thematisches Terrain, welches schon etwas komplexer anmutet. Hier legt die Autorin ihre Meinung nieder und erklärt sie verständlich. Ob man nun diese Meinung übernimmt oder nicht bleibt dem geneigten Leser selbst überlassen.

Die Vitamine bilden einen weiteren Themenkomplex der einen größeren Teil des Heftchens einnimmt. Gefolgt wird er von den Mineralien. In den Abschnitten werden die einzelnen Vitamine und Mineralien, ihr Vorkommen und ihre Bedeutung für den Körper sowie Anzeichen einer Mangelerscheinung aufgezählt.

Wenn man auf BARF umstellen möchte bekommt man im nachfolgenden Artikel Tipps um den Umstieg erfolgreich zu vollziehen. Außerdem wird kurz darauf eingegangen, was bei etwas älteren Hunden zu beachten ist. Es wird wieder eine Hilfestellung mit häufig auftauchenden Fragen gegeben.

Die danach folgenden Themen sind „Entgiftung“, „Parasiten“ sowie noch offene Fragen. Wer gern rechnet und alles auf’s Gramm genau abwiegen möchte, kann sich mit dem Rest des Buches beschäftigen. Es sind Tabellen über Nährwerte von Futterbestandteilen sowie Bedarfstabellen enthalten.

Meine Meinung zum Buch

Wahrscheinlich ist das Buch in 2 Schritten entstanden. Der erste Schritt beschreibt das Thema BARF ziemlich praktisch ohne großartig kompliziert zu wirken. Der zweite Teil über die Vitamine und Mineralien wirkt dann doch schon etwas komplizierter und die Nährwerttabellen haben eigentlich (aus meiner jetzigen Sicht) keine große Praxisrelevanz.
Themen wie Entwurmung und „Darmreinigung“ mit natürlichen Mitteln sowie „Entgiftung“ sind aus tiermedizinischer Sicht mit etwas Vorsicht zu geniesen und entspringt sicherlich auch dem Umstand, dass die Autorin naturheilkundlich bewandert ist. Schön ist zu lesen, dass die Autorin auch immer eine Kotuntersuchung anrät. Hier erkennt man die angenehme Linie die sich durch das ganze Heft zieht – es wird nicht dogmatisch auf dem eigenen Weg beharrt. Dadurch ist das Lesen des Heftes recht wohltuend. Beispielsweise empfielt die Autorin einen Fastentag, aber gesteht dem Leser zu es nicht durchalten zu können und bietet dafür Lösungsvorschläge. Dieser Stil ist einer der großen Stärken des Heftes. Dadurch wird der Eindruck gefestigt, das BARFen wirklich nicht so kompliziert ist wie man beim Lesen einiger Webseiten und Foren annehmen könnte. Ohnehin mag ich einen Stiel der mit guten Argumenten zu überzeugen versucht ohne dogmatisch und erdrückend zu wirken.

Swanie Simon "BARF"

Swanie Simon „BARF“

Man sollte sich meiner Meinung nach auch nicht von diesem riesen Abschnitt zu Vitaminen und Mineralien abschrecken lassen. In der Praxis würde ich mich nicht im Stande sehen, Vitaminmangelerscheinungen im Alltag unterscheiden zu können bzw. überhaupt einen Verdacht in die Richtung zu bekommen. Hier ist sicher der Tierarzt gefragt.

Im Großen und Ganzen deckt sich auch die Fütterungsempfehlung grob mit dem erwähnten DDR Buch sowie anderen Fütterungsempfehlungen und das ist wohl auch die Essenz des BARFens. Es gibt ein paar einfache Grundregeln und wenn man sich daran hält macht man bei der Fütterung keine groben Fehler. Zu DDR Zeiten wurden auch Hunde groß gezogen, waren gesund, brachten Leistung und das teilweise bei Voraussetzungen über die wir heutzutage mit den ganzen Frostfleisch-Onlineshops und Futtermittelzusätzen nur staunen können.

Fazit

5€ bei Amazon ohne Versandkosten – da sollte man zugreifen, wenn man in das Thema einsteigen will. Der Einstieg in die Fütterung wird gemacht. Wer tiefer in die Materie einsteigen will kann sich später mal ein Fachbuch kaufen und anfangen genau rum zu rechnen.

Ergänzungen

Die Webseite der Autorin mit einigen Inhalten aus dem Buch findet sich auf barfers.de. Die Autorin betreibt außerdem das bekannte Gesunde Hunde Forum in dem man oftmals weiterführende Informationen finden bzw. bei Unklarheiten Fragen stellen kann.

Copyrightnachweis Foto 2, 3 und 4:
Swanie Simon, BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde © 2008, Verlag Drei Hunde Nacht

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